Ausgezeichnete Fischküche

Jetzt wurde dem Restaurant von Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier die Tafel «Fischküche mit Auszeichnung» der Tafelgesellschaft zum Goldenen Fisch feierlich übergeben

Künten: Restaurant Fahr wurde erneut geehrt

14 Gault-Millau-Punkte besitzt das Restaurant Fahr im Künter Ortsteil Sulz bereits. Jetzt wurde dem Restaurant von Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier die Tafel «Fischküche mit Auszeichnung» der Tafelgesellschaft zum Goldenen Fisch feierlich übergeben.

Rund 120 Restaurants gibt es, die bisher für ihre Fischküche von der Tafelgesellschaft zum Goldenen Fisch ausgezeichnet wurden. In unserer Region sind es bisher das «Delphin» in Meisterschwanden und das «Hallwyl» in Seengen. Jetzt gesellt sich mit dem Restaurant Fahr ein weiterer Betrieb dazu. Sie alle haben für die Auszeichnung strenge Kriterien zu erfüllen (siehe Kasten) und werden regelmässig anonym getestet. Der Titel ist leihweise und kann bei abneh- mender Qualität wieder verloren gehen.

Unkonventionelle Wege

«Wir fühlen uns deswegen nicht unter Druck», erklärt Alexandra von Allmen. «Wir freuen uns vielmehr über die Auszeichnung. Zumal wir sie ohne zusätzliche Anstrengung für unsere normale tägliche Arbeit erhalten haben.» Am besten würde man sich ohnehin über das Behalten eines Titels keine Gedanken machen, sondern einfach mit Freude und Herzblut weiterarbeiten. Die Verleihung fand in geschlossener Gesellschaft mit einem Viergänger statt. «Wir haben dazu ein Menü gekocht, das wir zurzeit regulär im Angebot haben.»

Für von Allmen und Steigmeier ist die Ehrung umso schöner, da sie immer wieder neue Ideen ausprobieren und unkonventionelle Wege gehen.

Genau dieser Mut wurde während der zeremoniellen Tafelübergabe auch explizit gelobt. «Das heute ge- nossene Menü war wunderschön wie ein Bild, einfach ein Traum», schwärmte Monika Fischbacher, die innerhalb der Gesellschaft als Netzmeisterin für die Region Aargau / Lu- zerner Hinterland zuständig ist.

Tafelherr Hansjürg Gugger doppelte nach: «Fahr – ein Versprechen, eine Sehnsucht. Das junge Paar richtet den Fisch anders an, ist frech und innovativ. Die beiden beweisen damit, dass sie ein würdiger Betrieb für die Tafel sind.»

Tafeldame Mägie Kunz erläuterte das Testverfahren. «Nachdem sich ein Betrieb bei uns beworben hat, schicken wir anonyme Testpersonen vorbei. Diese können alleine, mit Partner, Familie oder als Gruppe hingehen.» Diese Leute würden während dem Essen ganz viele Dinge wahrnehmen. Das Testessen beginne bei der Begrüssung und ende erst bei der Verabschiedung. «Sie zahlen diskret und gehen wieder. Es muss alles stimmen.»

Dem Herzen folgen

Der Testbericht wird von der Tafelleitung überprüft. Stimmt schliesslich alles, wird das Restaurant ausgezeichnet und anschliessend alle zwei

bis drei Jahren oder auf Hinweise wieder anonym geprüft. «Was wir heute erlebt haben, verdient Hochachtung für das gesamte Personal», schwärmte Kunz. Dem Paar gab sie einen wichtigen Tipp auf den Weg: «Ihr werdet ganz viele gut gemeinte Ratschläge erhalten. Vergesst diese und folgt eurem Herzen. Dann werdet ihr Erfolg haben.»

«Fischwürde» erhalten

Nicht ganz so einfach sah das Tafelmeister Peter Gander. Auch wenn er seine Erfolgsformel für ein langes Verbleiben in der Tafelgesellschaft auf fünf Wörter reduzierte. «Es braucht Kreativität, Qualität, Kontinuität, Flexibilität und Herzblut.» Was er heute erlebt habe, sei hammermässig.

Gander übergab dem Team die Urkunde, Wimpel, Aufnäher für die Küchengewänder, Pins und Kugelschreiber. Bevor Manuel Steigmeier die Platte der Tafel erhielt, musste er die Pflichten feierlich vorlesen, die mit der Auszeichnung verbunden sind: «Den Fisch ehren und veredeln. Exzellente Fischküche zelebrieren. Saison, Region und Nachhaltigkeit berücksichtigen, aktiv mitmachen.» Danach wurde Steigmeier durch Peter Gander mit einem grossen Fisch aus Holz wie ein Ritter zum Träger des Titels geschlagen. Er erhielt dadurch die «Fischwürde».

Stolz auf das ganze Team

«Mit der Verleihung der Tafel möch- ten wir Restaurants unterstützen, die nach unserer Philosophie Fisch kochen», erklärte Gander nach der Verleihung. «Es ist eine Wertschätzung.» Gander forciert als Vereinspräsident künftig noch mehr die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in der Gastroszene.

Er ist selber Jury- Mitglied des «Best Of Swiss-Gastro Awards.» «Der Fisch soll nicht ein- fach dem Gast hingeknallt, sondern als hochstehendes, gesundes Lebensmittel gefeiert werden.» Alexandra von Allmen ist sehr stolz auf das ganze Team. «Es war ein sehr schöner Anlass, die Worte so herzlich. Wir sind überwältigt.»

Restaurant Fahr

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